Schon wieder eine Ehrung:
MITTELDEUTSCHE
ZEITUNG 12.Januar 2011
HANDWERK
Diamantene Ehrung für Optiker
Meisterbrief vor 60 Jahren erhalten.
DESSAU/MZ/HTH Mit dem Diamantenen Meisterbrief hat Kreishandwerksmeister
Karl Krökel Optikermeister Joachim Ernst Heidenreich beim
Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Anhalt Dessau-Roßlau/Wittenberg
im Landhaus Wörlitzer Hof geehrt. Denn 60 Jahre ist es her,
dass der heute 87 jährige Dessauer seinen Handwerksmeister
abgelegt hat.
Joachim Ernst Heidenreich, Jahrgang 1923, erlernte wie schon
sein Vater den Beruf des Optikers und Uhrmachers, weil zur damaligen
Zeit noch beide Berufe zusammengehörten. Mit 18 Jahren legte
er seine Gesellenprüfung ab und fertigte dafür eine
randlose achteckige Brille. Die Prüfung bestand er im November
1941 mit Bravour. Einen Monat später wurde er zum Arbeitsdienst
eingezogen.
25 Jahre war der Dessauer alt, als er am 26. Juli 1949 seine
Meisterprüfung in Jena ablegte. Der junge Mann musste beweisen,
dass er die Kunst seines Handwerkes auf verschiedene Art und Weise
beherrscht. Gefordert war, mehrere Einzelstücke herzustellen.
Dazu gehörten ein gedrehter und gefräster Schraubenzieher,
eine Formstoffbrille, eine geschliffene Lupe und ein Monokel.
Von 1953 bis 1988 also 35 Jahre führte Joachim Ernst Heidenreich
seinen Meisterbetrieb in der Dessauer Johannisstraße. Seine
beiden Söhne lernten beim Vater ebenfalls den Beruf des Optikers,
die Tochter wurde Apothekerin.
Das Berufsleben des Dessauers war arbeitsreich.
Etwa 40000 Brillenbestimmungen hat Optikermeister Heidenreich
in den vielen Jahren seines Schaffens durchgeführt. Und neben
den eigenen Söhnen hat er auch viele andere junge Menschen
in seinem Geschäft ausgebildet.
Als der Handwerksmeister 1988 mit 65 Jahren in den Ruhestand ging,
übernahm Sohn Manfred das Geschäft und führt dies
bis zum heutigen Tag. Auch ein Enkel des Altmeisters lernte, nun
bereits in der fünften Generation, den Beruf des Optikers
und wird sicherlich eines Tages das Geschäft in der Johannisstraße
leiten.
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